Sport. Oder: Die Sucht beginnt wieder.

Wer mich kennt weiß, dass ich den Sport dringend nötig habe. Phasenweise gebe ich dabei dann mal Vollgas, schufte mich ein halbes oder auch ein Dreivierteljahr ab, aber falle dann wieder in ein Loch, das zumindest ein Drittel der errungenen Erfolge zunichte macht. Nun ja, wie das eben so ist.

Zuletzt bin ich auf die Suche nach einem neuen Weg für mich gegangen. Das reine Studio-Workout langweilt mich mittlerweile, was natürlich wieder ein gefundener Grund dafür war, nicht mehr hin zu gehen. Aber letzten Endes macht es mir leider auch wirklich mehr Spaß, wenn ich nicht in einer Butze mit zig anderen Menschen eingesperrt bin. Lieber habe ich ganz ungezwungen Freunde um mich. Oder einfach nur die Natur. Oder eben die gefühlte Freiheit, nicht immer an den selben Ort fahren zu müssen, um den Sport zu machen.

Die erste Idee war, es mit dem Fahrrad zu probieren. Bin ein paar Mal geradelt und fand es super, hab mir natürlich dabei gleich ausgemalt, es zu einem Hobby auszubauen, in das auch Geld gesteckt wird. Ein paar erste Käufe wurden dann auch getätigt. Dabei gibt es aber ein großes Aber: Irgendwie geht die Lust verloren, wenn man sich bei einem Hobby denkt, dass man es eher nicht alleine, sondern primär zu zweit oder zu mehreren machen möchte. Und das verhagelt einem natürlich dann auch einfach der Job der potentiellen Mitstreiter. Langer Rede kurzer Sinn: Das kommt bei mir irgendwie nicht so aus dem Knick, die Lust hält sich nach den ersten terminlichen Rückschlägen arg in Grenzen, auch wenn das Interesse in der Theorie riesig ist. Aber vielleicht hat das ja auch sein gutes, immerhin war ich schon drauf und dran, 1.000+ Euro für ein neues Gefährt einzuplanen. Geld mal nicht auszugeben, ist ja nun auch nicht das schlechteste. Außerdem muss ich zugeben, dass mich das Laufen eigentlich noch mehr reizt, nur fehlt dazu eben die Kondition.

Aus der Gruppendynamik mit den engsten Freunden kristallisierte sich dann das eine oder andere Ziel heraus. Allem voran: Wir wollen Klimmzüge schaffen, die auch nach Klimmzügen aussehen! Ich möchte laufen, ohne mich dabei wie ein Krüppel zu fühlen! Die dringend nötige Gewichtsabnahme verkommt dabei gedanklich fast zum Beiwerk, aber vielleicht ist ja ein konkretes Ziel, das nicht unbedingt nur mit der Waage zu tun hat, auch ein viel bessere Ansporn!

Sei es drum. Diese Ziele, gepaart mit dem Ehrgeiz, das alles alleine auf die Beine zu stellen (also mich wohl), haben nun etwas in mir ausgelöst, das hoffentlich ein wenig länger anhält ;-) Die ersten Schritte weg vom Studio sind dabei auch schon getätigt. Erstes Equipment ist da, das einem die Arbeit etwas erleichtert, bzw. angenehmer gestaltet. Und so langsam muss ich sagen, komme ich wieder in Fahrt. Mal schauen, ob ich die Fortschritte vielleicht auch hier mal dokumentiere. Weiß nur noch nicht, in welcher Form. Vorsichtshalber haben wir zwar schon einmal ein kleines Video des ersten Scheiterns an den Klimmzügen aufgenommen, aber wer weiß, ob ich mich traue, das auch zu zeigen. Schauen wir mal, gell?

Der heutige Workout tat aber schonmal sehr gut und funktionierte gar im Wohnzimmer, ohne sich wie Gymnastik in den 80ern anzufühlen. Und so wie das Wetter aussieht, könnte mich der Sportplatz nachher eventuell auch noch einmal zu Gesicht bekommen. Die Motivation passt – danke, lieber Sommer!

Gleich mal nach der Kündigungsfrist des Studios schauen …